gesund & bunt Titelblatt

Kosmetik aus Sicht des Hautarztes

Zusammenfassung des Vortrags am 13.6. 2014 am  Kongress “gesund & bunt” der WKO

 

Die Veränderungen der Wirtschaftslandschaft bedingen eine Anpassung der Positionierung der Unternehmen auch im Handel mit Drogerie- und Parfumeriewaren. In diesem Vortrag  werden aus hautärztlicher Sicht  Kosmetik, die Hauttypen und ihre Bedürfnisse sowie die Bedeutung der Kosmetika für Schmuck, Schutz und Prophylaxe der Haut besprochen.

   Parfum, lateinisch per fumum „durch Rauch“, ist ein meist flüssiges duftendes Gemisch aus Alkohol und Riechstoffen, dient  zur Veränderung des Körpergeruchs und für das persönliche Wohlbefinden und die Selbstdarstellung.

In Ägypten und Indien als spirituell – medizinisches Produkt auch zu geistiger und religiöser  Inspiration (lateinisch inspirare „einatmen“). Die Hinwendung zum lebenden Körper ist ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung von Kosmetik und Parfum. Ausdruck von angestrebter innerer und äußerer Harmonie.

Kreuzzüge und Venedig als Handelsplatz brachten die Kultur zu uns.  Die Entstehung der Parfümerie wird mit dem Eintreffen der Katharina von Medici (1519–1589) am Hofe von Heinrich II. in Paris in Verbindung gebracht.  1580  eröffnete der Alchimist und Apotheker Francesco Tombarelli ein Laboratorium zur  Herstellung von Düften. Der provenzalische Ort  Grasse wird das Gründerzentrum der europäischen Parfümindustrie. In der Pestzeit glaubte man, beim Bad könnten Keime den Körper befallen. Daher wurden Duftwässer als Medizin eingesetzt und auf Wasser als Reinigungsmittel verzichtet. So entstand das Eau de Toilette.

   Kosmetik (vom altgriechischen Verb κοσμέω (kosméo) „ordnen“, „schmücken“) bezeichnet die Körper- und Schönheitspflege, bzw. die Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Schönheit des menschlichen Körpers. Die Grenzen zur Hygiene oder Wellness-Kuren sind fließend. Kosmetik will verschönern und pflegen, abhängig von der Kultur eines Volkes. Sie soll verschönernd wirken, das Lebensgefühl steigern aber auch soziales Prestige ausdrücken. Das Zieren und Pflegen des Körpers ist so alt wie die Menschheit selbst. Kosmetik kommt aus dem Orient. Im Mittelalter war sie aus religiösen Gründen verpönt, erst mit der Renaissance kommt der Aufschwung. Parfumerien und Kosmetikstudios sind somit Erben einer jahrtausendealten Kultur.

Die Inhaltstoffe der Produkte sind in der Europäischen Union auf den jeweiligen Verpackungen angegeben als  „Ingredients“:  Das ist eine Liste der Bestandteile in absteigender Reihenfolge ihrer Konzentration.  Rohstoffe mit weniger als 1 % der Gesamtmenge sind am Ende in ungeordneter Reihenfolge angeführt. Sie werden in einer einheitlichen Bezeichnung beschrieben, der INCI = International Nomenclature Cosmetic Ingredients und gewähren damit eine hohe Transparenz. Folgende Homepages geben nähere Informationen über die Inhatsstoffe: http://www.bvl.bund.de , http://www.kosmetik-transparent.at.

Auch die Werbung ist gesetzlich geregelt. Im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) ist der Schutz vor Irreführung und Täuschung im § 18 Abs. 2. festgelegt. Es besteht das Verbot, kosmetische Mittel mit irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung gewerbsmäßig in den Verkehr zu bringen bzw. mit Wirkungen zu werben, die wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind.    Die Menschen zeigen nämlich eine deutliche Neigung, Sprache für die Abbildung der Wirklichkeit zu halten. Sie schließen von der Existenz eines Wortes auf die Existenz eines entsprechenden Sachverhaltes. Daraus erwächst eine  Sprachverführung (Wort- oder Sprachrealismus).

Kosmetik-Markennamen enthalten daher häufig mehr oder weniger direkt Hinweise auf  Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten der Produkte. Wenn Konsumenten diese  Produktbezeichnungen mit den Produkteigenschaften gleichsetzen, unterliegen sie dieser Beeinflussungstechnik. Ein Beispiel: Glaubt man an die Möglichkeit eines Gasaustausches durch die Poren der Epidermis, nur weil es       in der deutschen Sprache das Wort Hautatmung gibt, ist man einer Sprachverführung durch den Wortrealismus erlegen.  Ausdrücke dieser Art sind etwa „Aufbaustoffe“, „Cremebad“, „Schönheitsspülung“ oder „Nährcreme“. Objektiv ist es jedoch nicht möglich, die Haut von außen oder den Körper oberflächlich zu ernähren.

   In der Dermatologie haben Kosmetika jedoch ihren festen Platz. Sie sind definiert als wirkstofffreie Grundlagen wie Salben, Cremes, Gele, Pasten, Schüttelmixturen und Lösungen. Sie dienen der Hautpflege und zur Vorbeugung von Krankheiten. Sie werden nicht  von der Sozialversicherung erstattet. Ihre Grundlagen haben therapeutische Effekte und  wirken als Arzneimittel. So kann eine richtig gewählte Grundlage heilen, eine falsche jedoch Krankheiten  verschlechtern (Lehrbuch Braun-Falco und andere, Dermatologie und Venerologie, 5. Auflage 2005 Kapitel 105 Topische Therapie).

Aus den drei Grundlagen fett, fest und flüssig entstehen durch Mischungen weitere Grundlagen, die unterschiedliche Wirkungen haben.

Grundlagendreieck BildEin Puder wirkt saugend, kühlend und  trocknet. Fett macht trockene Haut dagegen weich und glatt. Wasser kühlt, reinigt, entfettet und wirkt aufquellend.

Eine dünne Creme (Ö/W Emulsion) wirkt kühlend und entfettend, eine Salbe (W/Ö Emulsion)  weicht sehr trockene Haut auf und fettet ein. Die Schüttelmixtur dient der Austrocknung von nässenden Stellen, wirkt entquellend und kühlend. Die Paste wirkt abdeckend und schützend und die Kühlpaste als Mischung aller Grundlagen wirkt saugend und trocknend.

Auch die Haut ist nicht überall gleich. Stirn und Gesichtsmitte sind fetter (“fettes T”), die Streckseiten von Armen und Beinen sind trockener als die übrigen neutralen Körperstellen.

Somit hängt der zu erreichende Effekt einer äußeren Therapie von der Haut, ihrem Zustand, der Region und äußeren Einflussfaktoren ab. Dazu ist zu berücksichtigen die Wirkungsweise der Grundlagen und im Falle von Medikamenten deren Wirkung. Ein gutes Ergebnis bei Problemfällen setzt somit Fachkenntnisse in Kosmetik voraus.

   Kosmetik dient dem Schmuck, der Pflege, der Behandlung und dem Schutz der Haut. Die Auswahl des passenden Kosmetikums hängt ab vom Menschentyp, den  Modefarben der Saison und dem Kundenwunsch.

Dabei kann sich jeder inspirieren lassen durch Modelle aus Kunst und Design, die wiederum Folge und Ursache kultureller Normen sind. Der Beratung durch kosmetisch geschultes Fachpersonal kommt somit große Bedeutung zu.

Was nun aber schön ist, ist individuell zu beantworten. Als Vorschläge einige Zitate: Schönheit liegt im Auge des Betrachters (Thukydides, um 455 – 396 v. Chr., griechischer Flottenkommandant im Peloponnesischen Krieg und Historiker).   Schönheit ist Tiefe der Fläche (Christian Friedrich Hebbel, 1813 – 1863, deutscher Dramatiker und Lyriker). Von der Haut aus kann man die Seele pflegen (Carl Ludwig Schleich, 1859 – 1922, deutscher Arzt, Erfinder der Anästhesie und Schriftsteller).  Es ist gar nicht leicht, so schön zu sein, wie man aussieht (Sharon Stone, geboren 1958, Schauspielerin).

Für eine gute Beratung sind auch Kenntnisse über Funktion und Aufbau der Haut von Vorteil. Die Haut ist die Grenze zur Umwelt. Sie hat passive und aktive Aufgaben. Sie schützt vor mechanischen Belastungen wie Stoß, Druck oder Reibung, physikalischen Einwirkungen wie Kälte, Hitze und Strahlung, wehrt Mikroorganismen ab und ist resistent gegen manche Chemikalien. Sie schützt vor Wärme- und Wasserverlust, kann Stoffe aufnehmen, ist durch das Schwitzen an der Kreislauf- und Temperaturregulation beteiligt und ist ein Sinnesorgan für Tasten, Druck, Vibration, Schmerz und Temperatur. Außerdem ist die Haut ein Kommunikationsorgan, da sie für unser Aussehen von entscheidender Bedeutung ist.

Unsere Haut besteht aus den 3 Schichten Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Cutis) und dem Unterhautfettgewebe (Subkutis). Dabei ist sie ausgesprochen dünn: Dicke 1,5 – 4 mm, davon Epidermis 0,1 mm. Die obersten Hautzellen wandeln sich um zu ziegelartigen Schuppen, die durch Fette als Mörtel gebunden werden: Lipidschutz der Haut. Störungen dieses Systems verursachen Trockenheit, Juckreiz und Entzündungen. Kosmetische Produkte unterstützen daher die Regeneration der Haut.

So kann Akne durch Reinigen, peeling und Abdecken unschöner Stellen verbessert werden. Bei Neurodermitis ist aufgrund der Barrierestörung der Haut die Rückfettung die Basis jeder Therapie und abdeckende Kosmetik (Camouflage) ist ein Segen bei störenden Hautstellen.

Auch in vielen Berufen mit Wasser-, Straub- oder Chemikalienbelastung ist Pflege von entscheidender Bedeutung. Sie dient der Vorbeugung übermäßiger Belastung durch Hautschutz (Prävention),ergänzt durch schonende Hautreinigung und Hautpflege (Regeneration). Hautschutz ist Arbeitsschutz !

Kosmetika sind auch unverzichtbar zum Schutz vor UV – Strahlung. Zwei unerwünschte Lichtwirkungen  soll der Mensch vermeiden: Lichtbedingte Tumore und die lichtbedingte, übermäßige Hautalterung.

Die Zahl der Sonnenbrände bedingt durch UVB Licht  erhöht das Risiko für den schwarzen Hautkrebs (Melanom). In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Zahl der Erkrankten vervierfacht. Die Sterblichkeit ist aufgrund der Vorsorge zurückgegangen, aber konsequenter Lichtschutz könnte auch die Erkrankung selbst wieder seltener machen.  Die Formen des weißen Hautkrebses  (Plattenepithelkarzinom, Stachelzellkrebs, Basalzellkrebs ), vorwiegend durch UVA bedingt, haben ebenfalls in den letzten 10 Jahren zugenommen, letzteres hat sich als häufigste Form in den letzten 20 Jahren in der Häufigkeit verdoppelt.

   Die Hautalterung ist bedingt durch die Bewegung der Haut (mimische Hautalterung: Lachfalten), durch Alterungsvorgänge (intrinsische Hautalterung: feine Falten, schlaffe, trockene Haut, gutartige Neubildungen) und durch Sonnenlicht (extrinsische Hautalterung: grobe Falten, Pigmentflecken, gutartige und bösartige Neubildungen). Gegen die letzte Form kann, soll und muss man sich schützen, da aufgrund der hohen Lebenserwartung zunehmend mehr lichtbedingte Hautschäden bei jedem Menschen auftreten. Gegen die beiden anderen werden zunehmend neue anti-aging Substanzen entwickelt, die auf verschiedene Abläufe der Hautalterung wirken. Dazu gehören Abkömmlinge des Vitamin A, andere Vitamine, Wachstumsfaktoren und Signalstoffe. Sie wirken als Antioxidantien, steigern die Kollagensynthese (= verbessern das Bindegewebe), wirken als Zellregulatoren und anderes mehr. Kosmetik leistet also einen wichtigen Beitrag zur Primärprävention (=Vorbeugungsmassnahmen  vor Krankheitsausbruch)  lichtbedingter Schäden.  

Da unser Leben länger dauert als in der Vergangenheit, hat das Sonnenlicht (ein energiereicher Elektronenstrahl) viel länger Zeit, unsere dünne empfindliche Haut zu belasten. So betrug im 19. Jahrhundert die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer etwa 36 und für Frauen 38 Jahre. Im Jahr 2010 betrug die Lebenserwartung für Männer 77 und für Frauen 82 Jahre in den Industrieländern. Für ein gesundes Leben im Alter kann man viel tun als Primärprävention für seine Haut: Die Gesamtsumme der aufgenommenen Lichtenergie soll möglichst klein sein. Das bedeutet, sich vor zu viel Sonne zu schützen durch Kleidung, Sonnenschutzmittel und Verhaltensweisen (Schatten suchen, keine Aktivitäten in der Mittagszeit ohne Schutzmaßnahmen. Für Kinder gilt seit längerem die 3 H – Regel: Hut – Hemd – Hose ! Diese Regel kann für Erwachsene abgewandelt werden in: Hirn (einsetzen für vernünftiges Verhalten) – Hemd – Hautschutzmittel !

   Zusammengefasst dient die Kosmetik der Basisbehandlung und dem Schmuck der Haut, unserem Wohlbefinden und der Vorbeugung von Krankheiten. Kosmetik gehört daher auch zum  Gesundheitsbereich dazu und ist mehr als nur Wellness. Kosmetische Fachberatung ist eine kreative Tätigkeit für das körperliche und seelische Heil der Menschen.

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Plakat gesamt

Zusammenfassung des Vortrags “Hautkrebsvorsorge & Hautveränderungen”

am 17.September 2013 in Gleisdorf in der Reihe 

 ”Medizin leicht verständlich” 

von Dr. Piet Auer-Grumbach unter Verwendung von Vorträgen von Univ. Prof. Dr. Birger Kränke, Hautklinik Graz und Univ. Prof. Dr. Michael Binder, Hautklinik Wien AKH

 

Was macht die Haut ?

 Die Haut ist die Grenze zur Umwelt. Sie hat passive und aktive Aufgaben. Sie schützt vor mechanischen Belastungen wie Stoß, Druck oder Reibung, physikalischen Einwirkungen wie Kälte, Hitze und Strahlung, wehrt Mikroorganismen ab und ist resistent gegen manche Chemikalien. Sie schützt vor Wärme- und Wasserverlust, kann Stoffe aufnehmen, ist durch das Schwitzen an der Kreislauf- und Temperaturregulation beteiligt und ist ein Sinnesorgan für tasten, Druck, Vibration, Schmerz und Temperatur. Außerdem ist die Haut ein Kommunikationsorgan da sie für unser Aussehen von entscheidender Bedeutung ist.

 

Woraus besteht die Haut ?

 Unsere Haut besteht aus den 3 Schichten Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Cutis) und dem Unterhautfettgewebe (Subkutis). Mit einer Fläche von etwa 2 m² (Erwachsener), einem Gewicht von 3 kg (mit Fettgewebe bis 20 kg) ist sie das größte Organ des Menschen. Dabei ist sie ausgesprochen dünn: Dicke 1,5 – 4 mm, davon Epidermis 0,1 mm. Die Subkutis ist eine Isolierschicht und Energiespeicher, die Lederhaut ist ein festes Gewebe verschiedener Fasern, die der Haut Festigkeit und Elastizität verleihen. Die Hautzellen befinden sich in der Oberhaut. Die wichtigsten sind die Hautzellen, die sich ständig abschilfern und regenerieren, die Immunzellen für die Abwehr von Erkrankungen (Langerhanszellen) und die Pigmentzellen als Sonnenschutz.

 

Wie hängt die Haut mit dem übrigen Körper zusammen ?

 Alle Organe sind untereinander verbunden, sodass sich Störungen eines Körperteils an anderen auswirken. Haut und Psyche hängen begreiflicherweise besonders eng zusammen, aber auch das Immunsystem ist mit spezialisierten Zellen in der Haut direkt vertreten und tritt etwa bei Ekzemen zum Vorschein. Auch Erkrankungen des Gefäßsystems zeigen sich oft an der Haut, wie zum Beispiel Krampfadern. Schließlich können Stoffwechselerkrankungen zu Hautveränderungen durch Ablagerungen in der Haut führen, Erbkrankheiten zu Bildungsstörungen der Haut wie Blasen oder Verhornungsstörungen führen und zuletzt zeigen sich Erkrankungen, die den gesamten Körper betreffen natürlich auch an der Haut.

 

Was macht ein Hautarzt ?

 Die Tätigkeit eines Hautarztes ist in der Ärzte – Ausbildungsordnung des Gesundheitsministeriums und in der Verordnung der Österreichischen Ärztekammer festgelegt. Sie umfasst folgende Kenntnisse und Fertigkeiten  

Hautkrankheiten: Ursachen, Diagnose, Therapie Allergologische Tests und Therapien
Hygiene, Mikrobiologie Apparative Diagnostik (Auflichtmikroskop, Ultraschall)
Onkologie, Röntgentherapie Lichtdiagnostik und –therapie, Laser
Histopathologie Pharmakotherapie (Medikamente)
Genetik Dermatochirurgie
Umwelt und Arbeitsfelder (Berufserkrankungen) Kosmetologie
Rechtsvorschriften und Zusammenarbeit Kommunikation und Dokumentation, TQM
Betreuung eingeschränkter Personen Nachsorge
Psychosomatik Palliativmedizin
Prävention und Vorsorge  

 Zu den Besonderheiten der hautärztlichen Tätigkeit zählt auch die äußerliche Therapie (Lokaltherapie). Dabei muss das richtige Medikament in die passende Grundlage eingearbeitet werden. Krankheitsstadium, Hautveränderung und Hauttyp des Patienten müssen bei der Erstellung der Rezeptur berücksichtigt werden. Das richtige Medikament in der falschen Grundlage kann unwirksam werden und die richtige Grundlage ohne Medikament hat bereits  eine heilende Wirkung ! Durch Mischung entstehen Systeme, die verschiedenen Eigenschaften besitzen und optimal auf die individuellen Erfordernisse angepasst werden können. Die folgende Grafik zeigt die Möglichkeiten auf:

 

Was sind häufige Erkrankungen ?

 Anhand von Abbildungen wurden häufige Erkrankungen vorgestellt, die auch im Internet bereits sehr gut beschrieben worden sind, wie zum Beispiel, die Schuppenflechte, Allergien wie Heuschnupfen oder Venenleiden. Stark ausgeprägte Krampfadern sind eine Krankheit und nicht nur ein kosmetisches Problem mit dem Risiko von Komplikationen wie offene Beine, Entzündungen oder Gerinnselbildungen (Thrombosen) und gehören daher behandelt.

 

Ein wichtiges Kapitel ist die Vorsorge lichtbedingter Tumore wie der weiße und schwarze Hautkrebs. Beide sind  durch die jahrzehntelange Belichtung der Haut bedingt. Früher war die Lebenserwartung geringer, heutzutage ist auch die Kleidung luftiger und das Freizeitverhalten anders. Deshalb nehmen vorzeitige Hautalterung und lichtbedingte bösartige Tumore an Häufigkeit zu. Zusammengenommen sind sie die häufigsten Krebsarten des Menschen, weshalb die Vorsorge in diesem Bereich besonders wichtig und effizient ist. Sonnenschutz beginnt bereits bei der besonders empfindlichen Kinderhaut. Dort gilt die 3 H – Regel: Hut – Hemd – Hose. Aber auch im Erwachsenenalter kann die Regel abgewandelt angewandt werden: Hirn – Hemd – Hautschutz. Das bedeutet, der schonende Umgang durch Kenntnisse über die negativen Auswirkungen der Sonne ist das Wichtigste, Kleidung und Sonnenschutzmittel tun ein Übriges zur Vermeidung schwerer Schäden.

 

Was bringt die Zukunft ?

 Zuletzt wurden die Entwicklungen abgeschätzt, die in der Zukunft Gesundheit und Gesundheitswesen  beeinflussen werden. Hauptproblem sind die älter werdende Bevölkerung und die Kosten die daraus und durch den Fortschritt der Medizin entstehen. So ergibt sich die Notwendigkeit, vorhandene mittel effizient einzusetzen und alles in der Vorsorge nötige zu tun, damit möglichst viele möglichst lange gesund und selbstversorgt leben können. Nimmt man volkswirtschaftliche Untersuchungen, die die Steuereinnahmen mit den Gesundheitsausgaben gegenrechnen, so zeigt sich bei Alkohol ein Defizit von ca. 700 und beim Rauchen von 500 Millionen Euro im Jahr (siehe Berichte in der Kleinen Zeitung). Die Überalterung der Gesellschaft wird dazu führen, dass im Jahr 2050 1,2 Erwerbstätige einen Pensionisten erhalten müssen (heute sind es 3). Das älteste Zehntel der Bevölkerung benötigt zwei Drittel der Gesundheitsausgaben, weshalb es besonders wichtig ist, gesund alt zu werden. Die derzeitige Politik der geplanten Deckelung der Ausgaben bei gleichzeitiger Mengenausweitung aufgrund der Bevölkerungsentwicklung muss aber zu einer Leistungskürzung führen, auch wenn dies von politischer Seite verneint wird. Das Wissen und das können ist in Österreich bei den Geundheitsberufen jedenfalls vorhanden um diese Probleme zu lösen, wenn medizinische Probleme medizinisch und ökonomisch und nicht      ökonomisch ohne Rücksicht auf medizinische Notwendigkeiten gelöst werden und das soziale Gesundheitswesen erhalten und nicht zerstört wird.